8 To Do's für jeden Scrum Master


Was wünschen sich Scrum-Teams wirklich von ihrem Scrum Master? In unzähligen Gesprächen mit Entwickler:innen, Product Ownern und ganzen Teams tauchen immer wieder dieselben Erwartungen auf – klar, direkt und oft unausgesprochen.

Diese Liste ist keine Theorie aus dem Lehrbuch, sondern das, was Scrum Master in der Praxis wirklich leisten müssen, wenn sie Vertrauen aufbauen und echte Wirkung erzielen wollen.

Hier sind sie: die 8 "Must Do's" für jeden Scrum Master.

 1. Hilf dem Team, seine Grenzen zu verstehen
Agile Teams hören oft, dass sie sich selbst organisieren sollen. Doch was bedeutet das konkret? Das ist organisationsspezifisch und kann unterschiedlich interpretiert werden. Zum Beispiel:
  • Darf das Team technische Aufgaben eigenständig in den Sprint aufnehmen?
  • Darf das Team mitentscheiden, wer im Team mitarbeitet?
  • Darf das Team die Sprintlänge ändern, ohne den Scrum Master zu fragen?
  • Wie viel Budget darf das Team eigenständig für Tools, Aktivitäten oder ähnliches ausgeben?
Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Teams sind oft unsicher, was Selbstorganisation konkret bedeutet. Es ist essenziell, ihnen klar die Spielräume und Grenzen aufzuzeigen.

2. Schaffe ein Gefühl von Sicherheit
Das Team soll sich trauen, offen zu planen, Fehler zuzugeben und realistische Schätzungen abzugeben – ohne Angst vor Schuldzuweisungen. Eine sichere Umgebung ist der Nährboden für mutiges Verhalten, Lernen und echte Verantwortung.

3. Unterstütze das Team aktiv
Sei mehr als ein Problembeseitiger. Erkenne Herausforderungen frühzeitig und handle proaktiv. Sei ehrlich, verbindlich und ein echtes Vorbild. Präsenz bedeutet nicht Kontrolle – sondern: verfügbar sein, zuhören, mitdenken, aber nicht im Weg stehen.

4. Stelle das Team ins richtige Licht
Hebe die Leistung des Teams hervor – ehrlich, authentisch, ohne Eigenlob. Lass das Team sprechen und glänzen. Das Review gehört dem Team, nicht dem Scrum Master. Hilf ihnen, ihre Arbeit sichtbar zu machen, nicht dich selbst.

5. Wisse, wann es Zeit ist, Regeln zu brechen
Scrum ist ein Framework, kein Gesetz. In besonderen Situationen darf man Regeln dehnen, wenn der Zweck – sinnvolle Zusammenarbeit – gewahrt bleibt. Dafür braucht es Mut, Erfahrung und Urteilsvermögen. Common sense > dogmatische Regelkonformität.

6. Schütze das Team vor sinnlosem Lärm
Viele Teams leiden nicht an zu wenig Arbeit, sondern an zu viel Ablenkung. Meetings ohne Nutzen, spontane Ad-hoc-Ideen, Reports für alle Richtungen – du darfst (und sollst) den Lärmpegel senken. Filtere, bündle, kläre – und erlaube Fokus.

7. Hinterfrage den Product Owner – respektvoll
Auch der Product Owner braucht Feedback. Wenn das Product Backlog vage, unklar oder zu technisch ist – sprich es an. Wenn die Priorisierung unlogisch wirkt – frage nach. Du bist kein Vorgesetzter, aber auch kein Sprachloser. Gute Zusammenarbeit entsteht durch Reibung mit Respekt.

8. Beobachte die Energie – nicht nur die Velocity
Scrum ist kein Zahlen-Spiel. Teams können hohe Velocity zeigen – und gleichzeitig auf dem Zahnfleisch gehen. Achte auf Körpersprache, Frustration, Sarkasmus, Müdigkeit. Ein erfahrener Scrum Master spürt, wenn Energie schwindet – und spricht es an.

DU HAST ALLES, WAS EIN STARKER Scrum Master BRAUCHT!

Du musst kein Guru sein. Du musst nicht alles wissen. Aber du kannst jeden Tag den Unterschied machen – indem du das lebst, was du dir früher selbst von einer guten Führung gewünscht hast. Fang genau dort an.